Mini Portraitstudio für die Jackentasche

Ratgeber Blitztechnik - Jürgen Müngersdorf

Für wen ist dieses Buch?

Für alle die, die sich bisher noch nicht mit dem Thema »Portraits mit Blitz« beschäftigt haben. Für die, die mit wenig Equipment, möglichst mobil und einfach Portrait-Shooting machen wollen. Für die, die kein großes Budget für die Fotografie zur Verfügung haben. Natürlich kann man das System, das in diesem Buch beschrieben wird, nicht nur für die Portraitfotografie einsetzen. Lesen Sie diesen Ratgeber und schauen Sie sich die Ergebnisse an. Das dürfte alle überzeugen: Das Studio für die Jackentasche ist genial.

Warum überhaupt blitzen?

Wenn man Portraits in Räumen machen will, in denen nur minimal natürliches oder schwaches Kunstlicht vorhanden ist, kommt man um einen Blitz fast nicht herum. Eine Studio-Blitzanlage hat nicht jeder, sie ist meist sperrig und selten mobil. Studio-Blitzanlagen, die auf Mobilität ausgelegt sind, kosten viel Geld. Ein Systemblitz auf der Kamera ist nicht optimal für Portraits und wenig flexibel in der Lichtführung. Selten hilft die höhere ISO-Einstellung der Kamera. Es geht beim Portrait nicht nur um das richtige Belichten, sondern auch um die Lichtführung und die sich daraus ergebende Bildwirkung. Ein tragendes Bildelement eines Portraits sind häufig die Augen. Versinken diese im dunklen Schatten, wirkt das Portrait einfach unvollständig. Neben vielen anderen Dingen sind die Augen und der Blick des Models ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Portraitfotografie. Sie sind eben so wichtig wie die Ausleuchtung des Gesichtes. Ein Blitz kann die gewünschten Reflexionen schaffen. Doch auch in der Sonne bei Gegenlicht braucht man manchmal die Unterstützung einer zusätzlichen Lichtquelle. Auch hier kommt der externe Blitz ins Spiel. Er ermöglicht, flexibel mit Licht zu spielen. Je nach Leistungsklasse kann man auch im Gegenlicht Schattenpartien aufhellen, die sonst im Dunkel untergehen.

Was ist in meinen Jackentaschen?

Kamera, Blitz, Funkauslöser, Faltreflektor. Bleibt noch Platz für Ersatzakkus. Im Ernst, bis auf das Stativ passt wirklich alles in eine Jacke. Mehr braucht man nicht für das nächste Bild.

Sony A7II ISO 250 f2 1/60sek. - Blitz und Reflektor mit kleinem Stativ auf einem Tisch.

Die Freistellung wurde hier mit dem Unschärfeverlauf des 50mm-Objektivs umgesetzt. Licht kommt von einem Schminktisch, auf dem auch die Blitz-Reflektor-Kombination stand. Also selbst in vollgestellten kleinen Räumen gibt es Mittel und Wege, einen ausreichend ruhigen, oder unscharfen Hintergrund zu erzeugen. Wichtig dabei ist, dass man eben genau auf diesen achtet.

Ich wählte eine lange Verschlusszeit, um möglichst viel Umgebungslicht zu bekommen. Räumliches Ambiente ist manchmal wichtig. In der kleinsten Kombination (Blitzgerät, Reflektor, Funkauslöser) liegt man bei ca. 160 €. (siehe Kapitel: „technische Daten“).

Mit einer Highend-Kompaktkamera wie etwa die Sigma DP3 Merrill ist man superkompakt, äußerst flexibel und mobil unterwegs. In den nächsten Kapiteln zeige ich unter anderem, was man mit dieser Kombination alles machen kann. Natürlich geht dies auch mit anderen Kameras (siehe Kapitel: „Kompatibilität“).

Außerdem lässt sich dieses System auf mehrere Blitzgeräte erweitern, die dann in Gruppen mit unterschiedlich Leistungen gesteuert werden können. Aber beschäftigen wir uns zuerst einmal mit der kleinstmöglichen Kombination: Kamera, Blitz, Reflektor, Funkauslöser, Klemm- oder Lampenstativ.

Sigma DP3M ISO100 f2.8 1/160sek. - Blitz, Reflektor auf einem Lampenstativ

Dieses Portrait entstand mit einem Equipment, das in eine Jacke passt. Die Qualität der Ergebnisse ist hervorragend und mit Sicherheit nicht schlechter als mit einer Studio-Blitzanlage.

Zu viel Equipment

Außergewöhnliche Bilder entstehen nicht, weil man mit viel und teurem Equipment fotografiert. Der zu Portraitierende sieht einer technisch aufwendigen Maschinerie gegenüber. Diese erlaubt es kaum, mit dem Fotografen eine Verbindung aufzubauen. Dauernd wird etwas eingestellt und Wartezeiten (für das Model) entstehen. Die Verbindung zwischen Fotograf und Model wird ständig unterbrochen. Manchmal glaube ich, dass bei einer Portraitsitzung der Fotograf mehr mit seinem Kameramonitor und dem restlichen Equipment agiert als mit dem Model.

Gute Portraits entstehen nicht durch aufwendiges Equipment, sondern durch Protagonisten, die sich wohlfühlen.

Blitz

Leistungsstarke Blitzgeräte sind meist teuer. Aber es gibt auch gute und günstige Blitzgeräte. Besonders die Aufsteckblitzgeräte sind äußerst kompakt und haben gerade für Portraits eine ausreichende Leistung. Die Leistung wird in Leitzahl (LZ) angegeben. Doch diese Angaben sind generell mit Vorsicht zu genießen.

Leitzahl

Wurden früher die Leitzahl eines Blitzes immer bei ISO 100 und einem Ausleuchtungswinkel für die Normalbrennweite im Vollformat angegeben, werden heute meist die Werte in unterschiedlichen Kombinationen angegeben. Die einen legen ISO 200 oder zum Beispiel einen Ausleuchtungswinkel eines 105mm-Objektivs zugrunde. Die anderen machen sogar beides, was für wenig Klarheit auf dem Markt führt. Die meisten Herstellerangaben nehmen außerdem bestimmte Bedingungen wie z.B. räumliche Voraussetzungen als Maßstab. In der Praxis kommen die wohl eher selten vor. Darüber könnte man jetzt auch ein Buch schreiben, aber halten wir es einfach und sagen: Die Werksangaben sind meist höher als der Wert, der in Praxis zu erreichen ist.  

Funkempfänger  

Der hier verwendete Blitz zählt schon zu den stärkeren Aufsteckblitzen und kommt auf gemessene LZ40 bei 50mm Ausleuchtungswinkel. Neben dieser sehr guten Leistung ist er auch noch mit einem integrierten Funkempfänger ausgestattet. Dies ist besonders wertvoll, da kein zusätzliches Gerät angeschlossen werden muss. 

Per Funk Leistung regeln und auslösen

Der dazu passende Funkauslöser kann nicht nur auslösen, sondern auch bis zu sechs unterschiedlichen Gruppen die Leistung regeln. Diese Eigenschaft beendet das lästige Rennen zum Blitz, um Einstellungen zu ändern. Das funktioniert auch mit mehreren Blitzen perfekt. Außerdem kann man pro Gruppe auch die Zoomeinstellung des Blitzreflektors von der Kamera aus verstellen.

Funkreichweite

Die Funkreichweite dieser Kombination ist mit 100 Metern angegeben. Meine Erfahrung ist, dass der Blitz auf jeden Fall in 50 bis 70 Meter Entfernung noch perfekt arbeitet. Ob dies für die praktische Fotografie noch Sinn macht, mag jeder selbst entscheiden.

Kamera Kompatibilität

Dieses System funktioniert mit fast jeder Kamera, die einen Standard Mittelkontakt Blitzschuh besitzt. Ich habe es mit Leica, Fuji, Olympus, Nikon, Hasselblad, Sigma und der Sony A7II getestet. Und hier liegt der wahre Vorteil dieser einfachen Kombination: ein Blitzsystem für fast alle Kamerasysteme.

Der Lichtformer

Es gibt sehr viele unterschiedliche Lichtformer für Aufsteckblitze. Die meisten davon brauchen eine zusätzliche Halterung, um Blitz und Lichtformer zusammenzubringen. Bei der Größe der Lichtformer gibt es allerdings eine physikalische Grenze, da die Verlustleistung größer wird, je größer und aufwendiger der Lichtformer ist. Der hier verwendete Lichtformer ist als Beauty-Dish ausgelegt. Das bedeutet, er ist rund, und hat in der Mitte einen blinden Fleck. Ausgefaltet beträgt der Durchmesser 45cm. Bei »enFace«-Portraits ist diese Größe für die meisten Fälle ausreichend. Besonderheit bei diesem: er ist ein echtes Leichtgewicht und wiegt ca. 155 Gramm. Die Befestigung am Blitz erfolgt mit einem Gummiklettverschluss ohne zusätzliche Adapter oder Ähnliches. Das spart Platz und reduziert die Aufbauzeit. Mit zwei Handgriffen ist der Reflektor fertig zur Montage am Blitzgerät. Gefaltet in der mitgelieferten Tasche hat er ein Packmaß von ca. 16cm x 20cm.

Blitz Stativ

Ein Stativ für den Blitz muss man nicht zwingend haben, man kann ihn auch in der Hand halten. Bequemer ist es aber, den Blitz auf einem Stativ zu befestigen. Da die Kombination aus Blitz und Reflektor ein geringes Gewicht hat, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Günstiges Lampenstativ

Im Internet findet man ein reichhaltiges Angebot an einfachen Lampenstativen. Hierbei sollte beachten werden, dass man einen zusätzlichen Blitzneiger erwirbt. Der Blitz wird zwar mit einer Kunststoffhalterung mit Stativgewinde ausgeliefert, dieser lässt sich aber nicht neigen. 

Flexibles Mini-Stativ mit Kugelkopf 

Eine sehr kompakte Lösung ist das flexible Ministativ. Es lässt sich an Bäumen, Ästen, Türen, Stuhllehnen oder etwas Vergleichbarem befestigen. Bei diesem Stativ spart man zwar die Schlepperei eines Lampenstativs, muss aber seine Phantasie für eine geeignete Befestigung spielen lassen. Dank des leichten Reflektors ist dies aber kein Problem.

Galgenstativ

Etwas teurer und weniger kompakt ist das Galgenstativ. Es hat aber Vorteile, wenn man z.B. das Licht von oben auf das Model richten will, ohne dabei ein Stativ vor der Kameralinse zu haben. Da das Gewicht von Blitz und Reflektor gering ist, kann auf ein Ausgleichsgewicht für den Galgen verzichtet werden, auf die Standsicherheit des Stativs muss man trotzdem achten.

Manuelles Blitzen

In dieser Kombination gibt es kein TTL und keine Automatik, hier wird, wie im Studio, manuell geblitzt. Und das ist ganz einfach, da braucht man sich überhaupt keine Gedanken machen. Einige Grundlagen zum manuellen Blitzen müssen aber sein. Die Leistung eines Blitzgerätes wird, wie schon oben erwähnt, mit der Leitzahl (LZ) angegeben. Weiß man die Leitzahl des Blitzes ist es leicht: 

 Gehen wir mal von einer echten Leitzahl LZ 32 aus, kann man die Blende dadurch errechnen, indem man die Entfernung durch die Leitzahl (LZ) teilt.

LZ/Meter = Blende

Kurzes Beispiel: Ich stelle diesen Blitz (mit der Leitzahl 32) bei voller Leistung zwei Meter von meinem Model entfernt auf. Die richtige Blende (bei ISO 100) wäre dann 32:2= 16. Also Blende f16 ist die richtige Einstellung. Also, wir sehen, eigentlich geht es auch ohne Blitzbelichtungsmesser. Ein solches Messgerät kann ich aber grundsätzlich schon sehr empfehlen, nicht nur zum Blitzen. Aber dazu in einem späteren Ratgeber.

Blitzen wie im Studio
Meist benutzt man hier einen Blitzbelichtungsmesser. So kann man den Blitz aufstellen und das Model platzieren. Anschließend misst man mit dem Handbelichtungsmesser die Stärke des Blitzes und stellt die entsprechende Blende am Objektiv ein. Das ist die einfachste und bequemste Lösung.

Kopfrechnen

Wie in dem Beispiel im Kapitel zuvor kann man die einzustellende Blende auch leicht errechnen. Wenn wir die LZ des Blitzes kennen und die Leistung am Funkauslöser einstellen können, brauchen wir nur den Abstand des Blitzgerätes zum Model. 
 Sagen wir der Blitz (LZ 16) kann bei voller Leistung in zwei Meter Abstand ca. Blende 8 bei ISO 100 ausleuchten. Um eine andere Blendenöffnung zu erreichen, haben wir folgende Möglichkeiten zum Anpassen der Leistung: 
  1.  Durch die Leistungsregulierung von voller Leistung 1/1 bis zur geringsten Leistung 1/128 der vollen Leistung. 
  2.  Durch den Abstand des Blitzes zum Objekt (Model). 
  3.  Durch das ändern der ISO-Empfindlichkeit der Kamera. 
Beispiel: Verkürzen wir den Abstand des Blitzes um einen Meter also von zwei auf einen Meter, gewinnen wir zwei Blendenstufen. Die richtige Blende wäre dann 16. Muss man den Abstand beibehalten, kann man die ISO-Empfindlichkeit der Kamera anpassen. Um die Blende 16 zu verwenden, erhöht man die ISO-Empfindlichkeit von ISO 100 auf ISO400. Möchte man hingegen eine kleinere Blende verwenden, was häufig bei Portraitaufnahmen gebraucht wird, kann man: 
  • die Leistung des Blitzgeräts reduzieren 
  • den Abstand des Blitzgeräts zum Model vergrößern 
  • die ISO-Empfindlichkeit der Kamera absenken 
Ist der Blitz danach noch immer zu hell für das Portrait mit einer offenen Blende (kleiner Blendenwert), hilft ein weißes, teiltransparentes Tuch vor dem Blitzreflektor oder einen Graufilter vor dem Objektiv. Zusammenfassend kann man sagen: Kenne ich den ungefähren Abstand des Blitzgerätes zum Model und die eingestellte Leistung, weis ich, welche Blende eingestellt werden muss. Kopfrechnen. In einem späteren Kapitel zeige ich die Messreihe für die Leistungswerte des Blitzes bei aufgesetztem Reflektor.
Sigma DP3M ISO 100 f2.8 1/125 sek. - Blitz und Refelktor

Faktor ISO

Neben der LZ ist der Abstand zum Objekt (Model) relevant. Dies haben wir oben in den Beispielen schon beleuchtet. Bei den unterschiedlichen ISO-Werten ist das Rechnen im Kopf nicht ganz so einfach. Der Faktor für unterschiedliche ISO-Werte errechnet sich aus der Quadratwurzel des Verhältnisses, des veränderten ISO-Wertes bezogen auf 100 ISO. Ja, kein schöner Satz, der musste aber jetzt sein.

Einfacher und schneller geht es mit dieser Umrechnungstabelle: 

  • ISO 50 x 0,7 
  • ISO 100 x 1,0 
  • ISO 200 x 1,4 
  • ISO 400 x 2,0 
  • ISO 800 x 2,8 
  • ISO 1600 x 4,0 
  • ISO 3200 x 5,7  

Wir sehen, dass wir die Empfindlichkeit vervierfachen müssen, um die Leistung zu verdoppeln. 

 Anwendungsbeispiel: Ich habe eine gemessene Leitzahl 32 bei ISO100 und stelle jetzt die Kamera auf ISO 200 dann ändert sich die Leitzahl von LZ 32 auf 32x1,4= LZ 44,8. (Siehe Tabelle) 

 Stehen der Blitz und das Model noch an der gleichen Stelle wie im Beispiel zuvor, also mit einem Abstand von zwei Metern, dann rechne ich LZ 44,8 / 2 = 22,4. Also stelle ich Blende 22 ein. Ist natürlich gerade bei einem Portrait meist unsinnig mit Blende 22 zu fotografieren. Hier nimmt man meist einen kleinen Blendenwert wie f1.4 oder f2 um den Hintergrund unscharf zu gestalten.  

Die Synchronzeit  

Die maximale Synchronzeit einer Kamera ist die kürzeste Zeit, in der der Blitz ausgelöst werden kann. Der Ablauf ist folgender: 

Auslösen -> Verschluss öffnet sich -> Blitz wird ausgelöst -> Verschluss wird geschlossen. 

Die für diesen Vorgang kürzeste Zeit wird vom Kamerahersteller als Blitzsynchronzeit angeben. Meist sind das Verschlusszeiten zwischen 1/60 Sek. und 1/800 Sek. Es gibt auch höhere Werte, doch Vorsicht: der Kamerahersteller berücksichtigt dabei nicht die Abbrennzeit, die der Blitz braucht, um seine Leistung abzugeben. Je höher die abzugebende Leistung (Blitz) desto länger ist in den meisten Fällen die Abbrennzeit bzw. Leuchtdauer des Blitzes.

Abbrennzeit bzw. Leuchtdauer von Blitzen

Dieser nicht unwichtige Wert wird meist unterschätzt. Manche Blitzgeräte brauchen bis zu 1/200 Sekunden um ihre volle Leistung abzugeben. Bei der geringsten Leistung ist man bei Systemblitzen schnell bei 1/14000 Sek. oder kürzer.

Wir müssen uns nur merken:

Wer höhere Synchronzeiten verwendet, sollte die Abbrennzeit seines Blitzes kennen.

Dieser hier verwendete Aufsteckblitz, Yongnuo YN-560 III  hat bei voller Leistung 1/1 eine Abbrennzeit von ca. 1/250 Sek. Bei der geringsten Leistungsstufe 1/128 um die 1/20 000 Sek.

Zu diesem Blitz gibt es einen sehr guten Block von Thomas Raatz: www.blitz-fotografie.de.

Power selbst gemessen

Nicht unwichtig ist die Frage, wie stark ist der Blitz mit aufgesetztem Beauty-Dish-Reflektor. Dazu habe ich mit einem Handbelichtungsmesser eine einfache Messreihe angefertigt. Hierzu verwendete ich einen Gossen Sixtomat Flash.

Dies sind keine Werte, die unter Laborbedingungen gemessen worden sind. Die heutigen Digitalkameras sind in der Lage bis mindestens 1-1,5 Blenden Über- oder Unterbelichtung auszugleichen. Eine Fehlbelichtung, von 1/3 Blenden oder ähnlichen Werten, führt nicht gleich zur Katastrophe. Also sind die Werte dieser Tabelle eine ausreichende Annäherung. 

 Wenn wir in die Formel für die Leitzahl die gemessen Werte einsetzen, dann erhalten wir für dieses Blitzgerät bei aufgesetztem Reflektor eine Leitzahl von 11. Eine Zahl, die man sich gut merken kann. Die Reflektoreinstellung des Blitzes steht sinnvollerweise auf 28 mm. Andere Reflektorpositionen bringen im Gegensatz zur Benutzung ohne Reflektor keinen Leistungsvorteil. Eher das Gegenteil ist der Fall.

Jeder Reflektor hat seinen eigenen Leistungsverbrauch bzw. Lichtverlust. Diese Messreihe gilt nur in dieser Kombination von Blitz und Reflektor!  

Blitzen ohne Reflektor

Wenn man den Aufsteckblitz als externen Blitz einsetzt, ohne dass eine Softbox oder ein Beauty-Dish vor dem Blitzreflektor angebracht ist, wirkt das abgestrahlte Licht sehr hart. Das liegt an dem sehr kleinen Reflektor eines Aufsteckblitzes. Dafür hat man aber dann mehr Leistung, weil keine Leistung durch einen zusätzlichen Reflektor verloren geht. Bei den meisten Aufsteckblitzgräten kann man mit einem sogenannten Zoommotor den internen Reflektor verstellen und damit seine Abstrahleigenschaft der verwendeten Objektivbrennweite anpassen. Wie schon vorhin erwähnt, verändert sich durch das Ändern der Abstrahleigenschaft (Zoom des Blitzes) auch die Leitzahl des Blitzes.

Anwendungen

So, jetzt genug der Theorie. In den nächsten Kapiteln zeige ich die Anwendung dieser Kombination in der Praxis.

Portrait Home / Studio

Sigma DP2M ISO 100 f2.8 1/125sek.

Dieses Bild entstand mit der Kombination Blitz und Reflektor, montiert auf einem kleinen Gorillapod, das links vom Model auf einem Tisch stand. Manchmal muss man vielleicht ein störendes Bild von der Wand abnehmen, um den Hintergrund nicht zu unruhig zu gestalten. Ich schaffe es meistens, eine Steckdose oder einen Lichtschalter deutlich im Bild zu platzieren.

Sigma DP2M ISO 100 f 2.8 1/125sek.

Lesen sie weiter hier im 2. Teil >